Chronik unserer Pfarre

1. Notkirche

Die erste Notkirche wurde in der Waltersdorfer Straße 24 errichtet und im Jahr 1932 von Kardinal Piffl geweiht. Im Jahr 1939 wurde diese Gottesdienststätte beschlagnahmt.

2. Notkirche

Nach Beendigung des Krieges wurde vom Ehepaar Gehrer eine gemauerte Scheune samt kleinem Nebengebäude in der Leesdorfer Hauptstraße 63 zur Verfügung gestellt. Nach notdürftiger Einrichtung konnte am 9.12.1945 die Scheune mit Segen von Kardinal Innitzer für den Gottesdienst freigegeben werden. Erst 1964 wurde von freiwilligen Helfern eine Sakristei angebaut und der Kirchenbau mit einer Heizung versehen. Das kleine alte Nebengebäude wurde für Treffen der Gemeinde und pfarrliche Aktivitäten verschiedenster Art verwendet.

Pfarrkirche

Bei der kanonischen Visitation der Pfarre St. Stephan-Baden im Jahre 1959 stellte Erzbischof Koadjutor Dr. Franz Jachym nach einem Gottesdienst in der Notkirche Leesdorf fest, dass diese von einem zu erbauenden Zentrum abgelöst werden müsse. Daraufhin wurde das Areal Waltersdorfer Straße 26 - 28 erworben. Aber es kam nicht zum von den Leesdorfern ersehnten Bau, da die Braitnerstraße auf der anderen Seite des Areals zur Zubringerstraße zur Autobahn erklärt wurde. Es dauerte bis 1973, dass ein geeigneter Baugrund gefunden werden konnte. Der neugewählte Abt des Stiftes Melk, P. Dr. Burghard Ellegast, erklärte sich bereit, den Wirtschaftshof in der Leesdofer Hauptstraße 76 für den Bau eines pastoralen Zentrums zu verkaufen. Dieser lag gegenüber dem Schloss Leesdorf, am Rand eines dem Stift Melk gehörigen Areals, das von Getreidefeldern und Gemüseäckern bedeckt war (der Rest des weitläufigen Areals galt als unverkäuflich, wurde aber Jahre später nach der teuren Renovierung von Stift und Kirche Melk an Wohnbaufirmen verkauft, worauf innerhalb kürzester Zeit Einfamilienhäuser und Wohnblocks aus dem Boden wuchsen und so ein neues Stadtviertel entstand; die Melkergründe).
Der neue Baugrund wurde aus dem Erlös aus dem Verkauf des alten in der Waltersdorfer Straße erworben. Da der Wirtschaftshof lange nicht geräumt wurde, konnte erst am 15. Mai 1980, dem Fest der Himmelfahrt des Herrn, der Spatenstich zum Zentrum durch Weihbischof Florian Kuntner erfolgen.

Es dauerte fünf weitere Jahre, bis mit dem Bau nach Plänen des Architekten Bukovac begonnen werden konnte (Grundsteinlegung am 16.5.1985 durch Prälat Dr. Musger). Die Kirche wurde dem Hl. Josef geweiht. Ursprünglich war der sogenannte Arbeiterapostel P. Anton Maria Schwartz vorgesehen, dieser wurde aber erst 1998 seliggesprochen. So fiel die Wahl auf den Hl. Josef, den Zimmermann, und für das Patrozinium war der 1. Mai gedacht, das Fest Josef des Arbeiters; es wird aber jetzt am 19. März, dem Hochfest des Bräutigams der Gottesmutter, gefeiert. Der Kalasantinerorden, der ursprünglich die Seelsorge im Geburtsort seines Gründers übernehmen wollte, konnte wegen Nachwuchsmangels diesen Plan nicht verwirklichen. Das Seelsorgezentrum trägt den Namen des Seligen Pater Anton Maria Schwartz; eine Marmortafel, die bis 1938 an seinem Geburtshaus am Kaiser Franz Josef-Ring 24 angebracht war, hat nun im Seelsorgezentrum der Pfarre St. Josef Platz gefunden. Und am 21.3.2000 wurde eine Reliquie von Pater Anton Maria Schwartz durch Generalsuperior P. Lier von den Kalasantinern in den Volksaltar eingesetzt.

Nach mehr als zweijähriger Bauzeit fand am 27.9.1987 die kirchliche Weihe durch Kardinal DDr. Franz König statt. Anlässlich der Einweihung des neuen Pfarrzentrums durch Weihbischof Dr. Krenn am 20.1.1990 wurde die Pfarre St. Josef zur eigenständigen Pfarre erhoben.

Glocken

Interessant ist die Geschichte des Geläuts von St. Josef. Im Frühsommer des Jahres 1697 befand sich der kraftstrotzende Kurfürst August von Sachsen zur Kur in Baden, ebenso sein Vetter Christian August, Bischof von Raab. Beide führten auf Spaziergängen lange Gespräche, bis der Bischof den Kurfürsten von der Häresie lossprach und ihm am 2. Juni die Hl. Kommunion reichte. Der protestantische Kurfürst hatte den Übertritt zum Katholizimus angestrebt, weil er König von Polen werden wollte, das aber nur als Katholik werden konnte. Der Stadt Baden versprach der Kurfürst eine Glocke als Dank für seine Bekehrung. Dieses Versprechen wurde nicht eingelöst, obwohl die Stadt mehrmals Polen daran erinnerte. Herr Parucki, Bevollmächtigter einer kulturellen polnischen Stiftung, hörte 1990 davon. Er ließ in Polen eine Glocke gießen und mit einem LKW nach Österreich bringen. Beim ersten Versuch gab es Schwierigkeiten an der polnisch-tschechischen Grenze, der zweite Versuch gelang, und die Glocke mit Namen "Augustinus" traf am 1. März 1991 in Baden ein, wo sie in St. Josef aufgestellt wurde (auf einem Holzgerüst vor dem Haupttor).
Da die Kirche St. Josef als sehr gutes Beispiel einer Kirche ohne Turm dem Architekten eine Auszeichnung eingebracht hatte, war der Anbau eines Turmes an die Kirche nicht möglich. Es wurde also ein freistehender Glockenturm errichtet, der gemeinsam mit den 4 Glocken (außer "Augustinus" wurden 3 österreichische Glocken gestiftet und von der Firma Grassmayr in Innsbruck gegossen, "Urbanus", "Hl. Martin" und "Hl. Familie") am 26. September 1993 von Weihbischof DDr. Helmut Krätzl gesegnet wurde. Am Samstag, dem 2. Oktober 1993, um 16:00 Uhr läuteten die Glocken erstmals den Sonntag ein. Mögen sie noch lange eine lebendige Gemeinde zum Gottesdienst zusammenrufen!


Priester

1989 - 2005:

  • KR Karl Bock

2005 - 2008:

  • Dipl.-Ing. Mag. Stephan Turnovszky

seit 2008:

  • Mag. Leopold Steyrer